Team Handwerk punktet für die Region

255 neue Gesellinnen und Gesellen in 17 Handwerksberufen wurden auf der Abschlussfeier der Kreishandwerkerschaft Steinfurt Warendorf von Kreishandwerksmeister Heinz-Bernd Lohmann in der Stadthalle Rheine feierlich freigesprochen. 14 von ihnen wurden dabei als Prüfungsbeste besonders geehrt.

„Die Winter-Prüfungen haben in diesem Jahr ihrem Namen alle Ehre gemacht“, stellte Kreishandwerksmeister Heinz-Bernd Lohmann im Rückblick auf die von Glatteis geprägten Prüfungstermine fest. Doch alle Prüfungen konnten wie geplant stattfinden und so erhielten die erfolgreichen Auszubildenden „als Lohn für ihre Leistungen in den vergangenen Jahren“ die Gesellenbriefe. Diese stünden für „Qualität, Verantwortung und Können“, betonte Lohmann. An die Jugendlichen appellierte er, sich nicht von negativen Schlagzeilen der Weltpolitik entmutigen zu lassen, sondern positiv zu bleiben und die zahlreichen Möglichkeiten zu nutzen, die ihnen das Handwerk für die Zukunft biete. „Wir brauchen Menschen, die anpacken und ihre Zukunft gestalten.“

Seine Zukunft selbst gestaltet auch Ehrengast Adam Touray als sogenannter „Center“ der Uni Baskets Münster. Nicht nur auf dem Platz arbeitet er mit den Händen, sondern auch als angehender Tischler im zweiten Ausbildungsjahr bei der KAWENTSMANN Möbelmanufaktur. Dank einer Kooperation seines Vereins kann der 31-Jährige so neben seiner sportlichen Karriere auch den Grundstein für eine weitere im Handwerk legen. Für Touray haben sein Sport und die Ausbildung im Handwerk viel gemeinsam: „Man steckt viel Arbeit rein. Aber wenn man was macht, was man gern macht, dann quält man sich auch gern mal.“ Das mentale Training aus dem Sport helfe ihm auch in der Ausbildung mit Druck umzugehen. Doch gibt er auch zu, dass er in der Werkstatt gegenüber anderen Auszubildenden schon einige Freiheiten habe. „An Spieltagen muss ich nicht arbeiten und für das Training darf ich früher gehen“, erklärte Touray, wie er es schafft, den Basketball und seine Berufsausbildung zu kombinieren.

Mit KH-Hauptgeschäftsführer Frank Tischner sprach er auch über das Thema Ehrenamt. „Wir haben in der Kreishandwerkerschaft 786 Ehrenamtliche. Ohne unsere ehrenamtlichen Prüfer könnten die Abschlussprüfungen nicht stattfinden“, betonte Tischner wertschätzend und dankbar in Richtung der anwesenden Ehrenamtlichen. Und auch Touray bekräftigte: „Ohne Ehrenamt wäre der Sport nicht das, was er ist.“ Denn es seien Ehrenamtliche, die jedes Spiel der Uni Baskets auf- und hinterher wieder abbauen würden. Neben Glückwünschen zur erfolgreichen Gesellenprüfung hatte Touray auch 100 Freikarten für ein Spiel seiner Mannschaft mit dabei, auch hier kam die Kooperation und die Wertschätzung der UniBaskets mit dem Handwerk deutlich zum Ausdruck.

Kreisdirektor Peter Freitag gratulierte den neuen Gesellinnen und Gesellen passend zum „Aufstieg in die Profiliga des Handwerks“, den sie nun mit der erfolgreichen Ausbildung geschafft hätten. Er betonte den Wert handwerklicher Leistung für alle Lebensbereiche und in Anlehnung an Basketballspieler Touray sprach er die Freigesprochenen direkt an: „Im Team Handwerk punkten Sie für unsere Region.“

Mit Elsa Kapusta und Josephine Mayland, beide erfolgreich ausgebildete Zimmerin bei Brüggemann Holzbau in Neuenkirchen, kam die Rede für die Freigesprochenen erstmals von zwei Gesellinnen, die zudem auch noch beide zu den Prüfungsbesten gehören.

„Im Handwerk haben wir gelernt: Vom Reden allein wird kein Projekt fertig“, brachte Josephine Mayland den Pragmatismus des Handwerks auf den Punkt. Und Elsa Kapusta bekräftigte: „In einer Ausbildung im Handwerk lernt man nicht nur fachlich unglaublich viel – man lernt auch viel fürs Leben.“ Beide werden zunächst als Gesellin in ihrem Ausbildungsbetrieb arbeiten, ehe sie ihr Bauingenieursstudium beginnen. Ihre Mitgesellinnen und Mitgesellen erinnerten sie: „Mit dem Gesellenbrief stehen einem viele Türen offen“ und motivierten:  „Heute ist ein Tag, an dem wir feiern dürfen.“

14 Gesellinnen und Gesellen wurden für ihre Leistungen als Prüfungsbeste besonders geehrt. Zu ihnen zählt, wer die Abschlussprüfung mit der Note „Sehr gut“ oder „Gut“ und mindestens mit 87 Prozent der Höchstpunktzahl bestanden hat. 

 

Die Prüfungsbesten: 
14 junge Gesellinnen und Gesellen haben ihre Prüfung mit der Note „Sehr gut“ oder „Gut“ und mindestens mit 87 % der Höchstpunktzahl bestanden. Dies sind

 

Tom Darpel, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Darpel und Sohn GmbH, Salzbergen 

David Hornung, Elektroniker, Hopster & Lambers GmbH & Co. KG, Rheine

Mirco Horstmann, Elektroniker, Elektrotechnik Schulte GmbH, Nordwalde

Leonard Jastram, Feinwerkmechaniker, MBH Maschinenbau & Blechtechnik GmbH, Ibbenbüren

Elsa Kapusta, Zimmerin, Brüggemann Holzbau GmbH, Neuenkirchen

Thomas Kleine, Tischler, Schreinerei Fißmann GbR, Nordwalde

Josephine Mayland, Zimmerin, Brüggemann Holzbau GmbH, Neuenkirchen

Jarushen Nagulendran, Kraftfahrzeugmechatroniker, Autohaus Brüggemann GmbH & Co. KG, Rheine

Lion Raaz, Elektroniker, Elektro Probst GmbH, Heek

Lisann Robers, Tischlerin, H. Schubert GmbH, Wettringen

Merle Schwieters, Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk, Bäckerei und Conditorei Triffterer, Ibbenbüren

Bennet Wehning, Metallbauer, BeWe Stahl- und Metallbau, Emsdetten

Lennart Wiesmann, Elektroniker, GSS Elektro Schulte-Sutrum GmbH , Nordwalde

Marcel Wolke, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Hoffmeier Haustechnik e.K., Ibbenbüren

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Adam Touray (li) im Gespräch mit KH-Hauptgeschäftsführer Frank Tischner
Kreishandwerksmeister Heinz-Bernd Lohmann
Ausgezeichnet: 14 Gesellinnen und Gesellen wurden als Prüfungsbeste geehrt.