Das will die Kreishandwerkerschaft Steinfurt Warendorf zukünftig noch intensiver würdigen. Neben den etablierten und aktiven Netzwerken wie den „Unternehmerfrauen im Handwerk“ in beiden Kreisen soll dabei vor allem der Handwerksnachwuchs in den Blick genommen werden. „Wir werden zukünftig auf unseren Lossprechungsfeiern nicht mehr nur Gesellenbriefe, sondern auch Gesellinnenbriefe überreichen“, nennt Tischner eine geplante Änderung: „Sprache prägt unser Denken. Mit der Einführung eines Gesellinnenbriefes wird die tatsächliche Vielfalt im Handwerk angemessen dargestellt.“ Gleichzeitig ist er sicher, dass der neue Titel der Urkunde auch die Wertschätzung und Identifikation mit dem erlernten Beruf stärke: „Der erfolgreiche Abschluss einer Berufsausbildung ist ein bedeutender erster Meilenstein im Berufsleben. Eine Urkunde, die die eigene Geschlechtsbezeichnung berücksichtigt, kann das Gefühl erhöhen, persönlich angesprochen und respektiert zu werden. Dies fördert die Identifikation mit dem Beruf und mit dem Handwerk insgesamt.“
Dabei ist die Einführung eines Gesellinnenbriefes natürlich keine Abkehr von handwerklichen Traditionen. „Im Gegenteil entwickeln wir diese behutsam weiter, um den heutigen gesellschaftlichen Realitäten und der wachsenden Zahl von Handwerkerinnen Rechnung zu tragen.“ Somit sei die Einführung des Gesellinnenbriefes ein sichtbares Zeichen für Chancengleichheit.