Auszubildende aus Jordanien für das heimische Handwerk

Die Kreishandwerkerschaft Steinfurt Warendorf engagiert sich im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) u. a. in Jordanien. Regionale Handwerksbetriebe in den Kreisen Steinfurt unsd Warendorf profitieren so von Fachkräften, die der Hauptgeschäftsführer Frank Tischner persönlich durch den Bewerbungsprozess begleitet. In der nächsten Woche ist er erneut vor Ort in Amman.

Bereits zum dritten Mal in Folge ist Frank Tischner, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Steinfurt Warendorf, im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Jordanien unterwegs. Im Rahmen des Fachkräfteeinwanderungsprogramms PAM – Partnerschaften für entwicklungsorientierte Ausbildungs- und Arbeitsmigration arbeitet er in der jordanischen Hauptstadt Amman mit jungen Menschen zusammen, die eine handwerkliche Ausbildung in Deutschland anstreben.

Tischner führt Workshops für potenzielle Auszubildende durch und leitet ein sogenanntes Bewerbungscenter. Dort begleitet er die Jugendlichen persönlich durch den Bewerbungsprozess, klärt die individuelle Motivation sowie fachliche und persönliche Eignung. Außerdem beantwortet er alle Fragen rund um Ausbildung, Karrieremöglichkeiten im Handwerk und Leben und Arbeiten in Deutschland aus erster Hand, um den Interessierten einen realistischen Ausblick zu geben, was sie erwartet und so womöglich falsche Erwartungen direkt zu korrigieren.

„Es geht uns um faire Migration für beide Seiten“, betont Frank Tischner. „Wir ermöglichen jungen Menschen aus Jordanien eine qualifizierte Ausbildung in Deutschland und unterstützen gleichzeitig durch gezielte Bildungs- und Schulungsmaßnahmen die Strukturen im Herkunftsland.“ Und dort ist der Handlungsbedarf groß: Die Jugendarbeitslosigkeit in Jordanien liegt bei mehr als 50 Prozent. Das Fachkräfteeinwanderungsprogramms PAM eröffnet jungen Erwachsenen neue Perspektiven. Dabei wird ausgeschlossen, dass lediglich sogenannte „Potenzialträger“ aus dem Land nach Deutschland geholt werden, sondern es gibt für Jugendliche eine Chance, die ansonsten keine Perspektive im eigenen Land hätten.

Für die Mitgliedsbetriebe der Kreishandwerkerschaft Steinfurt Warendorf bietet das Engagement der KH einen konkreten Mehrwert. Die KH unterstützt bei Behördengängen, der Wohnraumsuche und der Organisation und Vermittlung der Auszubildenden in den Kreis Steinfurt. Für die Betriebe fallen lediglich die Kosten für den Hinflug nach Deutschland sowie die ersten beiden Monatsmieten an und andere Dinge an – insgesamt etwa 1.500 bis 2.000 Euro.

Das Projekt soll künftig weiter ausgebaut werden. Geplant ist, zusätzliche Berufsfelder einzubeziehen und das Engagement mit bestehenden internationalen Kooperationen zu verzahnen – unter anderem im Rahmen der erfolgreichen Berufsbildungspartnerschaft mit Südafrika. Mögliche Perspektiven für ein Projekt mit Ghana werden aktuell ebenfalls geprüft.

Betriebe, die Interesse an der Aufnahme von Auszubildenden mit Ausbildungsstart zum 1. August über das Programm PAM haben, können sich direkt an Ann-Kristin Erdmann, Alfred Engeler oder an Frank Tischner persönlich wenden. 

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Persönliche Gespräche vor Ort in Jordanien sind wichtiger Bestandteil des PAM-Projekts.