„Es ist schön, dass sich die Ministerin Zeit genommen hat für die Themen, die das Handwerk gerade in unserer ländlichen Region beschäftigen“, bilanzierte Kreishandwerksmeister Heinz-Bernd Lohmann nach dem rund anderthalbstündigen Austausch im Düsseldorfer Ministerium. Besonders liegt dem Tischlermeister und den ausbildenden Handwerksunternehmen in den Kreisen Steinfurt und Warendorf der Erhalt der Fachklassen in den Berufskollegs vor Ort am Herzen. „Hier ist das Modellprojekt, das das Ministerium im Kreis Höxter gestartet hat, eine gute Initiative, um wohn- und ausbildungsortsnahe Berufsschulfachklassen zu sichern und so zur Attraktivität einer Berufsausbildung im Handwerk beizutragen“, betont Frank Tischner. „Wir würden uns wünschen, dass dieses Modellprojekt über den Kreis Höxter hinaus auch in anderen ländlichen Regionen des Landes NRW etabliert werden könnte“, sagt Tischner. „Denn auch in den Kreisen Steinfurt und Warendorf sind Fachklassen gefährdet.“ Und das, obwohl sich mehr junge Menschen für eine Berufsausbildung im Handwerk interessieren. „Viele entscheiden sich nach einem Praktikum für das Handwerk“, weiß Tischner. „Mit der Umstellung von G8 auf G9 böte sich auch im Gymnasiallehrplan Spielraum für ein verpflichtendes Berufspraktikum im Oberstufenbereich, um die Berufsorientierung zu fördern.“ Ebenfalls wertvoll für Berufsorientierung und Persönlichkeitsbildung soll das freiwillige Handwerksjahr sein, das die Kreishandwerkerschaft zusammen mit zahlreichen Partnern im Kammerbezirk Münster vorantreibt und zeitnah starten soll.
Abschließend baten die Handwerksvertreter Ministerin Feller, die Bedenken bezügliche der angedachten Kürzungen der Förderung der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung im Landeskabinett zu thematisieren. „Diese Kürzungen sind das völlig falsche Signal, wenn sich die Landesregierung die Gleichwertigkeit von dualer und akademischer Ausbildung auf die Fahnen schreibt und man sich als Landesregierung selber das Ziel gesetzt habe, „Bildungsland Nr.1“ zu werden“, so Thomas Bäumer und Thomas Scheiwe.