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20.10.2017

Neue Ausbildungshalle ist Meilenstein für Projekt der Kreishandwerkerschaft in Südafrika

Campus für Ausbildung „Made in Germany“ feierlich eröffnet


Firoz Yusuf Patel vom südafrikanischen Bildungsministerium enthüllte im Beisein von KH-Hauptgeschäftsführer Frank Tischner zur Einweihung der neuen Ausbildungshalle eine Gedenktafel.

In dem neuen Werkstattgebäude wird in drei Bau- und Ausbauberufen nach den Standards des deutschen dualen Ausbildungssystems ausgebildet.

Volker Oel (Deutsche Botschaft in Südafrika), KH-Hauptgeschäftsführer Frank Tischner, Karin Münstermann (Leiterin "Internationale Bildung"), Oliver Petzoldt (Langzeitexperte der KH in Richards Bay)

In zünftiger Kleidung sprach KH-Hauptgeschäftsführer Frank Tischner zu den Gästen der Eröffnung.

Auch die südafrikanischen Gastgeber hatten aus Anlass der Einweihung sich kleidungstechnisch vorbereitet.

Als die Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf (KH) Ende 2015 den Auftrag vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) erhielt, in Südafrika eine Berufsbildungspartnerschaft einzugehen mit dem Ziel, dort Strukturen des deutschen dualen Ausbildungssystems aufzubauen, standen am Anfang viel Theorie und Planung.

Das uMfolozi College in der rund 60.000 Einwohner großen Stadt Richards Bay in der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal, direkt am Indischen Ozean, ist der Partner der Kreishandwerkerschaft, um dieses Ziel zu erreichen. Als College hat aber selbst wenig Erfahrung in der praktischen Ausbildungsarbeit. Hier ist das Knowhow des deutschen Bildungspartners gefragt, denn die Kreishandwerkerschaft als Verband von Handwerksunternehmen, in denen eine lange Ausbildungstradition besteht, und als Bildungsträger, der ein vielfältiges Aus- und Weiterbildungsangebot für mittelständische Unternehmen sowie deren Beschäftigte und Auszubildende bereithält, verfügt über diese Erfahrung.

Zunächst galt es, Verständnis für die Kultur und Struktur der Berufsbildung im jeweiligen Land zu schaffen, um dann auch praktisch die erarbeiteten Pläne umzusetzen. Ausbildungskräfte auf dem College wurden bereits in der Ausbildungswerkstatt für die Bauberufe bei der KH geschult. In Kürze werden Mitarbeiter der KH dann nach Südafrika reisen, um bei der Umsetzung von Ausbildungsinhalten zu unterstützen. Themen wie „Werkstattorganisation“ und „Lehrgangsplanung“ werden ebenso behandelt wie „Prozessoptimierung“ und „Controlling“.

Mit der jetzt erfolgten offiziellen Eröffnung des neuen Ausbildungszentrums am Esikhaweni Campus des uMfolozi College ist ein Meilenstein im Projekt gesetzt worden. In den neuerrichteten Gebäuden, die vom BMZ und dem südafrikanischen Bildungsministerium finanziert wurden, wurde eine Werkstatthalle für die Ausbildung von Maurern, Zimmerern und Anlagenmechaniker (SHK), Klassenräume sowie Büro- und Umkleideräume eingerichtet. KH-Hauptgeschäftsführer Frank Tischner, der zusammen mit Karin Münstermann, Leiterin von „Berufsbildung International“ bei der KH Service- und Wirtschafts-GmbH, und dem vor Ort in Südafrika tätigen Langzeitexperten der KH, Oliver Petzoldt, an dem Festakt teilnahm, machte in seiner Rede deutlich, dass es nicht darum gehe, das deutsche Berufsbildungssystem 1:1 in Südafrika einzuführen, aber die Vorteile, die das duale Ausbildungssystem sowohl für die Wirtschaft wie auch für die jungen Leute im Hinblick auf deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat, zu nutzen.

Bei der feierlichen Eröffnung des Ausbildungsbereichs nahmen viele Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft der Provinz KwaZulu-Natal, aber auch Vertreter der beiden Ministerien aus Deutschland und Südafrika, die den Ausbildungscampus gefördert haben, teil. Zur Freude der KH nutzten auch viele Unternehmer die Gelegenheit, das Bildungszentrum zu besichtigen. Ihr Interesse ist für den Projekterfolg von großer Bedeutung, denn die ansässigen Unternehmen müssen motiviert werden, sich in die Berufsausbildung einzubringen. „Wir wollen die Unternehmen davon überzeugen, dass das uMfolozi College auch nachfrageorientiert und auf hohem Niveau ausbildet. Ein erster und wichtiger Schritt ist mit der neuen Ausbildungshalle getan“, erklärt Frank Tischner, der bei der Eröffnung darauf hinwies, dass Berufsausbildung in Deutschland ein gesellschaftliche Aufgabe ist, weil sie den Menschen und den Unternehmen nutzt und weil Staat und Wirtschaft in der Verantwortung für Ausgestaltung und Finanzierung sind. Dieses Bewusstsein möchte die Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf auch in Südafrika wecken.

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