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26.07.2017

Ohne Ehrenamt wäre Handwerk keine Wirtschaftsmacht

Förderpreis Junges Handwerk im Kreis Steinfurt verliehen


Den Preisträgern Tom van Goer (4. v. l.), Frederich Heuing (Mitte) und Steffen Ruck (4. v. re.) gratulierten die Jury-Mitglieder, Vorschlaggeber und Vertreter der Beschäftigungsbetriebe, Kreishandwerksmeister Heinz-Bernd Lohmann (2. v. re.) und Fabian Wegmann (2. v. li.)

Stellvertretender Landrat Bernhard Hembrock stellte den Preisträger Tom van Goer vor.

Rainer Langkamp, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Steinfurt hielt die Laudatio auf Steffen Ruck.

Pfarrer Stefan Dördelmann lobte das soziale Engagement des Maler- und Lackierermeisters Fredrick Heuing.

Zum dritten Mal wurde der alle zwei Jahre ausgelobte Förderpreis Junges Handwerk im Kreis Steinfurt nun verliehen - diesmal dort, wo man viele junger Handwerker treffen konnte: bei der Lossprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf für die neuen Gesellinnen und Geselle im Bürgerhaus in Ibbenbüren. Die Kreissparkasse Steinfurt und die Kreishandwerkerschaft suchten Auszubildende, Gesellen oder Meister aus dem Kreis Steinfurt im Alter bis zu 30 Jahren, die sich ehrenamtlich und sozial engagieren, und wurden auch diesmal wieder fündig.

Dabei hatte die Jury, bestehend aus Landrat Dr. Klaus Effing, Rainer Langkamp, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Steinfurt, Pfarrer Stefan Dördelmann von der Kirchengemeinde Ss. Mauritius-Maria Magdalena in Ibbenbüren, Ehren-Kreishandwerksmeisterin Erika Wahlbrink und Hauptgeschäftsführer Frank Tischner von der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf keine einfache Aufgabe, denn „die Zahl der eingegangenen Bewerbungen war erfreulich hoch“, so Frank Tischner. „Man hatte die Qual der Wahl, denn jeder der Vorgeschlagenen verdient unsere Anerkennung für den ehrenamtlichen Einsatz – sei es bei den Rettungsdiensten, im Sport oder in der Jugendarbeit“, bestätigte Rainer Langkamp. Er wertet den Förderpreis „Junges Handwerk“ als eine ideale Ergänzung und tolle Möglichkeit, Anerkennung für junge Menschen auszusprechen, die sich neben ihrem handwerklichen Beruf in besonderer Weise ehrenamtlich für andere Menschen nach dem Motto „Füreinander – Miteinander“ einsetzen. Die Kreissparkasse Steinfurt stiftet hierfür ein Trophäe und ein Preisgeld von 1.000 Euro für jeden Preisträger

Ein Preis über den sich die diesjährigen Preisträger und auch die, die sie vorgeschlagen haben, nicht nur wegen des Wertes, sondern vor allem auch wegen der Wertschätzung freuten.

Tom van Goer aus Metelen ist einer der drei Preisträger, der von dem stellvertretenden Landrat des Kreises Steinfurt Bernhard Hembrock kurz vorgestellt wurde. Der 25jährige Dachdecker-Geselle ist als sachkundiger Bürger im Bau- und Planungsausschuss und im Ausschuss für Jugend und Soziales der Gemeinde Metelen aktiv. Ob als stellvertretender Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Metelen, Mitglied im Chor Cantemus oder als Knecht Ruprecht im Nikolausverein – Tom van Goer sei „ein gesellschaftlich außerordentlich vielfältig aktiver Handwerker, der auch außerhalb ‚formaler‘ Verpflichtungen durch Vorstandsämter und ähnlichem immer zum Mittun ansprechbar ist.“, so der Bürgermeister von Metelen Gregor Krabbe, der Tom van Goer für den Förderpreis vorgeschlagen hatte.

Steffen Ruck aus Nordwalde befindet sich noch in der Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, hat also noch das vor sich, was die Gäste der Lossprechungsfeier schon hinter sich haben. Gleichwohl nimmt er sich die Zeit, außerhalb seines Ausbildungsberufes sich bei der Freiwilligen Feuerwehr Nordwalde und bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) ehrenamtlich zu engagieren. Seit seinem 14. Lebensjahr ist der heute 20 Jahre alte Steffen Ruck Mitglied bei der Feuerwehr. Die Teilnahme an Noteinsätzen ist mittlerweile selbstverständlich – genauso wie seine Ehrenamtsarbeit beim DLRG, wo er unter anderem eine Jugendgruppe trainiert. Der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Rainer Langkamp betonte in seiner Laudatio seine Hochachtung vor jungen Menschen, die sich wie Steffen Ruck für die Gesundheit, Leben und Sicherheit ihrer Mitmenschen einsetzen. Dass dieser Ehrenamtseinsatz auch einmal zu Lasten der Arbeitszeit geht und vom Ausbildungsbetrieb GSS Elektro Schulte-Sutrum in Nordwalde nicht nur akzeptiert, sondern auch anerkannt wird, zeige sich auch daran, dass es Annegret Schulte-Sutrum war, die ihren Auszubildenden vorgeschlagen hatte.

Meisterprüfung im Maler- und Lackierer-Handwerk und mit der Übernahme des elterlichen Unternehmens auch Unternehmer - und dies mit 28 Jahren. Der Ibbenbürener Frederick Heuing verfolgt mit viel Elan und Kompetenz seinen Berufsweg und investiert viel Zeit und Kraft dafür. Dass er dennoch sich Gedanken um die macht, die Hilfe brauchen, und sich auch die Zeit dafür nimmt, das hat die Jury und Jurymitglied Pfarrer Stefan Dördelmann für preiswürdig empfunden. Für Frederick Heuing war es selbstverständlich, sein Knochenmark für einen lebensbedrohlich Erkrankten zu spenden und dies gleich zweimal. Und um die Chance zu erhöhen, dass auch andere den dringend notwendigen Spender rechtzeitig finden, organisierte er im Rahmen eines Fußballturniers die Typisierung von 60 potenziellen Knochenmarkspendern. Bemerkenswert fand Pfarrer Stefan Dördelmann auch, dass Frederick Heuing sein handwerkliches Können als Maler- und Lackierermeister bei der Restaurierung einer Jesus-Statue einsetzte.

„Ohne dieses Engagement der jungen Handwerker wäre unsere Gesellschaft ärmer. Ohne das Ehrenamt wäre das Handwerk keine Wirtschaftsmacht“, bedankte sich KH-Hauptgeschäftsführer Frank Tischner bei den Preisträgern, die er zusammen mit den Jury-Mitgliedern, Kreishandwerksmeister Heinz-Bernd Lohmann und dem Ehrengast der Lossprechungsfeier, dem ehemaligen Radrennsport-Profi Fabian Wegmann, mit dem Förderpreis auszeichnete.

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