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Komfort ohne Stolperfallen
Neu: "Wegweiser für den barrierefreien Alltag" / Zentrales Leader-Projekt

Der erste Wegweiser für den barrierefreien Alltag im Kreis Steinfurt ist jetzt im Haus des Handwerks in Rheine vorgestellt worden. Zur Präsentation des rund 80 Seiten starken Ratgebers waren Vertreter der Senioren- und Behindertenbeiräte, die Obermeister der Handwerksinnungen sowie die Ansprechpartner aus den Kommunen bzw. der Kreisverwaltung zur Kreishandwerkerschaft gekommen. Die große Zahl der Gäste und die aufwändige Präsentation machten deutlich, welchen Stellenwert das Thema inzwischen hat.
Das informative Nachschlagewerk zeigt, was Barrierefreiheit eigentlich ist, nennt Beratungsstellen, Handwerksbetriebe und Fördermöglichkeiten und zeigt ganz praktisch auf, wie Wohnzimmer, Küche oder Bad barrierefrei und ohne Stolperfallen gestaltet werden können. Die in einer Auflage von 20.000 Exemplaren gedruckte Broschüre wird über Beratungsstellen und Handwerker verteilt und liegt in Arztpraxen, Apotheken, Krankenhäusern und bei Wohnungsbau- und Energiesparmessen aus.
Ulrich Ahlke, Geschäftsführer des Vereins "Haus im Glück", nannte barrierefreies Bauen eine der ganz  großen Herausforderungen der heutigen Zeit und sprach von einem Paradebeispiel guter Zusammenarbeit unterschiedlichster Akteure auf politischer, wirtschaftlicher und Verwaltungsebene. Der kreisweit agierende Verein "Haus im Glück" unterstützt Bauwillige und Hausbesitzer bei Maßnahmen und Aktivitäten rund um die Themen erneuerbare Energien, energiebewusstes Bauen und Modernisieren.
Jürgen Blömker, Sachgebietsleiter der Wohnbauförderung des Kreises Steinfurt, erinnerte daran, dass barrierefreies Bauen bei öffentlichen Gebäuden schon seit längerem Standard sei. Allerdings gebe es noch viele ältere nicht barrierefreie Gebäude mit Bestandsschutz. Blömker wies auch auf Fördermöglichkeiten für barriefreies Bauen hin. 57 Prozent aller Familien in NRW seien derzeit förderberechtigt. Früher sei Barrierefreiheit ausschließlich mit alten und gehbehinderten Menschen in Verbindung gebracht, heute sei Barrierefreiheit zu einem neuen Wohnkomfortstandard auch für junge Familien geworden. Blömker nannte einige interessante Beispiele zur Bedeutung von Barrierefreiheit. So sollte eine Badtür immer nach außen aufgehen, um im Fall eines Unfalls im Bad zum Verunglückten gelangen zu können. Oft seien Schlafzimmer auch so klein, dass dort ein modernes Pflegebett gar nicht aufgestellt werden könne. Auch die Vorteile einer stufenlosen Dusche leuchteten allen Anwesenden sofort ein.
Robert Wenking, Vorsitzender der LEADER-Region Steinfurter Land, erweiterte die Aufzählung um den öffentlichen Verkehrsraum. "Stufen oder Schwellen können hier zum unüberwindbaren Hindernis für gehbehinderte Menschen werden."
Auf den Punkt brachte es schließlich Heinz Thalmann, Vorsitzender des Behindertenbeirates der Stadt Rheine: "Barrierefreiheit ist die Voraussetzung dafür, dass Jung und Alt zusammen leben können. Ohne Barrierefreiheit gibt es keine Selbstständigkeit - und letztlich keine Freiheit. Und die ist für jeden Menschen das höchste Gut."
Alfred Engeler, Büroleiter und redaktioneller Leiter der Barriere-Broschüre, stellte sie im Detail in einer PowerPoint-Präsentation vor. Die Broschüre ist eines der Kernprojekte der LEADER-Regionen Steinfurter Land und Tecklenburger Land. Die LEADER-Regionen sollen im europäischen Verbund die regionalen Vernetzungen stärken.

Broschüre: Wegweiser für den barrierefreien Alltag

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